Boeing 787 800 Dreamliner Zvesda 144

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Bild: Boeing 787 800 Dreamliner Zvesda 144 alle Teile Bild: Boeing 787 800 Dreamliner Zvesda 144 Rumpf Bild: Boeing 787 800 Dreamliner Zvesda 144 Details
Bild: Boeing 787 800 Dreamliner Zvesda 144 zusammengesteckt mit DC 3 Bild: Boeing 787 800 Dreamliner Zvesda 144 Cockpit scratch 1 Bild: Boeing 787 800 Dreamliner Zvesda 144 Decals
Muster:Boeing 787-800 Dreamliner
Hersteller:Zvesda
Maßstab:1:144
Erscheinungsdatum:Ende 2009
Autor:Ernst Kögel

Fazit Kurzform

Zvesdas Boeing 787 in 1:144 ist ein tolles Modell des Dreamliners. Nicht nur, daß das große Vorbild sehr gut wiedergegeben wird, die Teile passgenau und fein graviert sind, bei den Triebwerken ist Zvesda neue Wege gegangen. Während der „Plastikbereich“ des Bausatzes ohne Einschränkungen allen Flugzeugfans empfohlen werden kann, ist Boeings aufwendige Werkslackierung der ZA001, die Zvesda als einzige Anstrichvariante mitliefert, für Anfänger etwas schwierig umzusetzen.

Original/Geschichte

Die Boeing 787 ist das erste erfolgreiche Verkehrsflugzeugprojekt von Boeing seit der 777. Weder ein größerer Nachfolger für die 747, wobei es auch zu einer kurzfristigen Zusammenarbeit mit Airbus kam, noch der Sonic Cruiser, der mit Mach 1,02 die Reisezeiten verkürzen sollte, fanden genügend Interesse bei den Airlines.

Mit dem Deamliner sollte ein super sparsames Allround-Flugzeug geschaffen werden, mit dem sich neue Punkt-zu -Punkt Langstrecken-Verbindungen  statt Flüge nur von Megahubs lohnen sollen. Das Konzept von Boeing fand große Zustimmung bei den Fluggesellschaften: Bis Ende 2009 waren trotz der Stornierungen wegen der Terminüberschreitung immer noch 840 Dreamliner von 56 Kunden fest bestellt, ohne daß das Flugzeug geflogen war. Airbus war gezwungen mit der A350 ein Konkurrenzmuster anzubieten, (nachdem man zunächst glaubte, mit modifizierten A 330 konkurrenzfähig zu sein) lag aber im Zeitplan und bei den Bestellungen weit zurück. Durch die vielen Bestellungen ist Boeing aber auch so weit ausgebucht, daß Neukunden inzwischen die 787 auch nicht früher als die A350 erhalten werden.

Erstmals bei Boeing sollten große Teile des Flugzeugs aus Kunststoff  hergestellt werden, die Fertigung der Einzelteile  weltweit erfolgen.  Für den Transport wurden 747 zu „Dreamliftern“ umgebaut. Der von 2 sparsamen Rolls Royce Trent 1000 oder General Electric GEnx angetriebene Dreamliner wird in 3 Versionen angeboten: 787-3, 57m lang für 290 bis 330 Passagiere, 787-8 56,72m lang für 210 bis 250 Passagiere und 787-9, 63m lang für 250 bis 290 Passagiere. Über eine Produktion von weiteren Versionen  (Serie 9 und 10) wurde noch nicht entschieden.

Als das Flugzeug mit leichter Verspätung am 8.7.2007 sein Roll Out hatte, wussten die Wenigsten, daß es sich hierbei um eine provisorisch zusammen genietete, flugunfähige Hülle handelte. Ab dann wurde der Erstflugtermin immer wieder verschoben: Der Dreamliner wurde zum Albtraum. Mal waren die Nieten verkehrt, oder die von den Sublieferanten gelieferten Teile paßten nicht zusammen. Teile wurden unfertig angeliefert und mußten bei Boeing aufwendig nachgearbeitet werden. Dazu kamen dann auch noch Festigkeitsmängel.

Am 15.12. 2009 konnte die 787-800 endlich in Seattle zum Erstflug starten. Ob allerdings der ehrgeizige Auslieferungsplan eingehalten werden und in 7 Monaten die erste 787 an die japanische ANA ausgeliefert werden kann, ist fraglich.

 

 

Bausatz

Fast gleichzeitig mit dem Erstflug des großen Vorbildes brachte Zvesda seinen Kit zum Jahresende 2009 auf den Markt und hat damit Revell überholt. Für 2009 angekündigt, taucht die  Boeing 787 im 2010er Revell Katalog nicht mehr auf. Es würde bei allem Respekt vor den Bündener New Mould Modellen auch schwer fallen, den Zvesda Dreamliner zu übertreffen, denn auch dieser Airliner-Bausatz ist wieder sehr gut gelungen. Vielleicht kommt der Zvesda Kit demnächst bei Revell mit einem tollen Daco- oder Nazca-Decal heraus. Zvesda hat sich der bis jetzt meist verkauften Version 800 (643 der 840 bestellten 787) angenommen. Leider hat Boeing bei den anderen Serien auch die Spannweite verändert, so daß die Kürzung oder Verlängerung des Rumpfes bei der 787 nicht für einen Umbau in eine andere Version reicht.

Der traditionelle Karton mit Deckel, in den man die angefangenen Baugruppen gut wieder verstauen kann, enthält 64 graue und 9 Klarsicht-Teile. Außerdem legt Zvesda noch einen bei anderen Herstellern inzwischen (leider) etwas aus der Mode gekommenen Ständer bei, auf dem der Dreamliner in Flugkonfiguration präsentiert werden kann. Der Zusammenbau wird in der übersichtlichen Bauanleitung in 6 Schritten  dargestellt. Alle Teile sind fein graviert. Die Kabinenfenster sind verglast. Wer die alten Airfix Sky King Airlinermodelle aus den sechziger Jahren kennt, der wird hier vielleicht die Nase rümpfen, denn überzeugen konnten die Airfix „Fenster“ nicht und trugen auch mit dazu bei, daß Fenster Decals so hoch im Kurs stehen. Aber Zvesdas Fensterteile sind eine ganz andere Kategorie: schlierenfrei gespritzt passen sie sich hervorragend dem Rumpf an. Trotzdem, wer Decals benutzen möchte, der muß sie halt überlackieren. Nach der Montage der Fenster fehlt noch der Bugfahrwerkschacht, in den die Fahrwerkstrebe C7 vorher eingebaut werden soll. Das große Fahrwerkbein kann zum Glück erst später eingebaut werden, was die Bruchgefahr beim Fortgang der Montage reduziert. Zvesda erwähnt es zwar nicht, aber etwas Gewicht im Bug kann dem sicheren Stand auf dem Bugfahrwerk nicht schaden. Ich habe noch ein Cockpit scratch eingebaut, vor allem, weil ich nicht wollte, daß man von der Windschutzscheibe bis zum APU durch die ganze Rumpfröhre sehen kann (Foto). Allerdings hätte ich noch die Sitze mit den typischen ovalen Kopfstützen ausstatten können. Leider kümmern sich die meisten Hersteller von Airliner- Modellen wenig um die Innenausstattung von Cockpit und Kabine.  Am Heck habe ich noch ein Röhrchen als APU eingesetzt und den Rumpf innen schwarz gestrichen. Bei verglasten Fenstern sieht das realistischer aus. Damit ist der Rumpf komplett.

Die Tragflächen sind dreiteilig: Das durchgehende Unterteil fixiert die V-Form. Die beiden Oberseiten geben die „raked wingtips“ gut wieder. Die Landeklappenschienen sind am Unterflügel angespritzt. In diesen Schienen hatte mein Modell kleine Sinklöcher, die sich aber leicht beseitigen ließen. Die Hauptfahrwerkschächte sind nach den Seiten verkleidet. Die großen Klappen, die nur während der Start- und Landephase zur Aufnahme der Räder oder zur Wartung offen sind, hat Zvesda nur graviert, dies entspricht auch dem Zustand in der Parkposition. Wer das Modell in Flugposition auf dem Ständer montieren will, muß jetzt den entsprechenden Schlitz im Mittelteil aufschneiden. Fast überflüssig zu sagen, daß die Flächen gut in den Ausschnitt im Rumpf passen (-Das Modell auf dem Foto ist nur zusammengesteckt-). In diesem Stadium können bereits die großen Lüfter (C13 und 14) an den Rumpf angebaut werden.

Bei den Höhenleitwerken sollte man aufpassen, daß man die Befestigungsstifte an den Teilen C1 und C2 nicht aus Versehen  mit abschneidet, wenn man sie vom Gußast trennt. Auch diese Leitwerke passen gut an den Rumpf.

Bei den Triebwerken beschreitet Zvesda neue Wege: statt eines Reliefs für die Stirnseite des Fans liegen die Fans  als einzelne durchbrochene Teile bei, die von Vorne eine realistische Durch-/Ansicht bieten. Bei anderen Modellen versuchen Hardcore-Modellbauer dies durch aufwendig  zurechtgebogene Fotoätz-Teile zu erreichen. Auch die Innenwände der Rolls Royce Trent sind gut dargestellt (vor allem bei älteren Airliner-Modellen immer wieder eine ärgerliche Schwachstelle). Der vordere Bereich des Fangehäuses ist in einem Stück gespritzt. Lästiges Verschleifen oder daß die Hälften durch zu festes Fixieren nach dem Zusammenkleben oval werden entfällt, somit. Dabei sollte man aufpassen, daß man rechtes und linkes Triebwerk nach Bauanleitung zusammenklebt: Die Pylone mit dem Fangehäuse und Frontteile sind nicht identisch. Auch die innovativ-gezackten Enden des Fangehäuses sind durch extra Teile (2x C23) gut dargestellt. Leider ist die Bauanleitung in diesem Bereich mit Farbangaben etwas sparsam. Die Triebwerkspylone werden in große Schlitze an den Tragflächen eingeklebt. Der Kit wird nur mit Rolls Royce Trent  geliefert. Die ersten vier Flugzeuge werden auch mit diesem Antrieb bestückt sein. Erst Nummer 5 und 6 sollen General Electric GEnx erhalten.

Vor dem Einbau des Fahrwerkes sollte das Modell lackiert werden.

Das Fahrwerk selbst ist gut gelungen. Am Bugfahrwerk fehlen nicht einmal Klarsicht-Landescheinwerfer. Die Fahrwerksklappen sind schon in der Parkposition dargestellt und müssen nicht erst noch mühsam zerschnitten werden.

 

Antennen fehlen leider und sollten in Eigeninitiative hergestellt werden. Auf Fotos kann man eine VHF Antenne in Höhe der vorderen und eine zweite etwas vor den hinteren Türen auf dem Rumpfrücken erkennen. Das kann und wird aber sicher von Airline zu Airline variieren.

Bei Decals und Bemalungsanleitung fällt der ansonsten Top-Baukasten leider etwas ab. Während der Zusammenbau fast ein Kinderspiel ist, wird der Modellbauer jetzt gefordert: Nur eine Version ist möglich: Nur der Prototyp ZA001 mit der Kennung N7878A kann in Boeing Werkslackierung dargestellt werden. Hierzu müssen auf das weiße Flugzeug am Rumpf zwei unterschiedliche Blautöne, eben Boeings Hausfarben, auflackiert werden. Über beide Farben verläuft eine geschwungene weiße Linie, die auch als Decal vorhanden ist. Selbst maskieren muß man die schmalen dunkelblauen Streifen, die sich im hellblauen Rumpfbereich befinden. Die Farbtöne werden mit Zvesda und Model Master Farbnummern angegeben.  Beschriftungen, Kennungen, Türmarkierungen und die Rolls Royce Triebwerksmarkierungen sind in dem relativ kleinen Decal enthalten. Man muß Zvesda aber zu Gute halten, daß mehr Hilfe für den Modellbauer wahrscheinlich nicht möglich ist.

Der Anstrich der ZA002, die seit dem 22.12.2009 fliegt und bereits die Kundenfarben des Lufthansa Partners All Nippon Airways  (ANA ) trägt, ist sicher einfacher zu bewältigen. Hierzu gibt es bereits auch ein Decal bei Two Six. Andere Liveries werden sicher folgen. Bei jetzt schon über 800 Bestellungen für das Original ist Zvesdas 787 eine gute Investition in die Zukunft.

 


Fazit

Die 787 ist ein Airliner, an dem kein Modellbauer, der sich für Verkehrsluftfahrt interessiert, vorbeikommen wird. Mit dem Zvesda- Bausatz steht ein gut detaillierter, paßgenauer und leicht zu bauender Kit zur Verfügung. Mit unter 20 € ist das Preis/Leistungsverhältnis absolut in Ordnung. Dieser Kasten kann Anfängern wie Experten empfohlen werden. Die mitgelieferte Decalvariante ist allerdings nur etwas für Lackierkünstler.