Supermarine Spitful AZmodels 1:72

| Muster: | Supermarine Spitful F.Mk.XIV |
| Hersteller: | AZmodel |
| Maßstab: | 1:72 |
| Erscheinungsdatum: | 2009 |
| Autor: | Ernst Kögel |
Fazit Kurzform
Mit der Spitful hat Azmodel die letzte Version der berühmten Spitfire erstmals als Spritzguss-Modell herausgebracht. Der Bausatz macht einen guten Eindruck. Allerdings kann man diesen Kit nicht nur wegen der etwas komplizierten Konstruktion des Propellers eher nur fortgeschrittenen Modellbauern empfehlen. Zum Einstieg in die „Short-run“Szene eignet er sich in jedem Fall.
Original/Geschichte
Die Supermarine Spitful sollte die ultimative Spitfire werden. Die Vorzüge der Griffon angetriebenen späten Spitfire kombiniert mit einem neuen rechteckigen Laminarflügel erschienen den Konstrukteuren ideal und versprach rechnerisch eine Steigerung der Höchstgeschwindigkeit um 88 km/h. Mit der neuen Tragfläche erhielt das Flugzeug auch ein Hauptfahrwerk, das zur Rumpfmitte einfuhr und dadurch eine breitere Spur hatte. Am 30. Juni 1944 konnte Jeffrey Quill mit der Spitful Mk XIV zum Erstflug starten. Am 13.September wurde dieses Flugzeug bei einem Absturz total zerstört. Erst im Januar 1945 stand wieder eine Spitful für Tests zur Verfügung. Trotz hoher Geschwindigkeit zeigte sich das Flugzeug in verschiedenen Fluglagen als instabil. Auch eine Vergrößerung von Höhen- und Seitenleitwerk konnte dies nicht beheben. 1946 verlor das britische Luftfahrtministerium das Interesse an der Spitful. Immerhin wurden 16 Serienflugzeuge ausgeliefert, die allerdings teilweise sofort eingelagert wurden, ohne je geflogen zu sein. 1948 wurden sie verschrottet. Ebenso erfolglos war übrigens die Laminarflügel-Version der Seafire, Seafang. Von 150 bestellten Exemplaren wurden nur 9 ausgeliefert. Immerhin wurde die Konstruktion der Seafang-Tragfläche für das erste britische Marine Strahlflugzeug, die Supermarine Attacker verwendet.
Bausatz
Bis heute gab es in 1:72 keinen Spritzgußbausatz der Spitful: Die Resinmodelle von Magna und CMR waren die einzige Möglichkeit, die letzte Spitfire-Version in seine Sammlung zu bekommen. Mit dem neuen AZmodel ändert sich das jetzt. Diese Bausätze gelten zwar als Kleinserienmodelle, daran erinnert an der Spitful aber nur das Fehlen von Paßstiften und Haltezungen für das Leitwerk. Ansonsten sind die 50 grauen Plastikteile fein graviert und in bester Gußqualität abgespritzt. Die Hinterkanten der Leitwerke sind scharf. Allerdings gibt es Auswurfmarkierungen, die sich an den Innenseiten der Teile befinden und vor dem Zusammenbau entfernt werden müssen, etwa im Bereich der Tragflächen und der Fahrwerkschächte.
Wie üblich beginnt der Zusammenbau mit der Gestaltung des Cockpits. Hier verzichtet der Hersteller diesmal auf Resin oder Ätzteile. Ich finde aber die Palstikteile so gut gelungen, daß man auch darauf verzichten kann. Lediglich geätzte Sitzgurte wären von Vorteil. Instrumentenbrett und Visier, Steuerknüppel, Sitz, Cockpitboden und Rückwand müssen bemalt und verbaut werden. Lediglich die Ruderpedalen fehlen. Auch die Innenseiten der Rumpfhälften sind im Cockpitbereich gut strukturiert. Alles soll Interior Green bemalt werden, Instrumentenbrett und Visier Schwarz. Der Sitz könnte natürlich auch unlackiert aus braunem Kunststoff gewesen sein, wie bei den meisten späten Spitfires. Allerdings gibt der Zusammenbau der Cockpitteile schon einige Rätsel auf: Es ist nämlich nicht genau definiert, wo der schöne Spant oder der Boden eingebaut werden sollen. Auch der Steuerknüppel ist etwas zu lang und muß gekürzt werden. Die Tragflächenunterseite ist durchgehend gespritzt. Bevor die Oberseiten angeklebt werden, müssen die Fahrwerkschächte angepaßt und installiert werden. Ansonsten paßte die Tragfläche gut an den Rumpf. Die Höhenleitwerke haben keine Haltezungen und werden stumpf an das Seitenleitwerk geklebt. Etwas schwierig ist die Montage des Propellers: 5 einzelne Blätter wollen exakt ausgerichtet werden. Der Anbau der Ölkühler und des Fahrwerkes ist vergleichsweise einfach. Die Cockpitverglasung liegt gespritzt, nicht tiefgezogen, bei. Wer die Schiebehaube geöffnet darstellen will, muß zur Säge greifen. Am Schluß fehlen noch die 4 Kanonen, Staurohr und Antenne. Letztere müssen selbst hergestellt werden.
Ein Lackierplan findet sich auf der Schachtelrückseite. 3 dark green, ocean grey, light grey getarnte Spitfuls können gebaut werden. Sie unterscheiden sich nur durch die kleinen Seriennummern. Die Farben werden keinem Hersteller zugeordnet. Die britischen Tarnfarben finden sich aber im Sortiment der meisten Modellfarbenhersteller.
Fazit
Mit der Spitful hat Azmodel jetzt auch die letzte Version der berühmten Spitfire als Modell herausgebracht. Der Bausatz macht einen guten Eindruck. Nicht nur wegen der etwas komplizierten Konstruktion des Propellers und einiger Unklarheiten in der Bauanleitung kann man diesen Kit eher fortgeschrittenen Modellbauern empfehlen. Zum Einstieg in die „Short-run“Szene eignet er sich in jedem Fall.







