DFS Kranich II AZmodel 1:72

| Muster: | DFS Kranich II |
| Hersteller: | AZmodel |
| Maßstab: | 1:72 |
| Erscheinungsdatum: | 2009 |
| Autor: | Ernst Kögel |
Fazit Kurzform
Ein schönes Modell eines bekannten, klassischen Deutschen Segelflugzeuges. Leider sind Bau- und Bemalungsanleitung nur in Tschechisch beigelegt. Auch deshalb ist der Kasten eher Fortgeschrittenen zu empfehlen.
Original/Geschichte
Der DFS Kranich wurde von Hans Jacobs, dem Abteilungsleiter Konstruktion bei der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug in Darmstadt /Griesheim (DFS) als zweisitzige Weiterentwicklung seines „Rhönsperbers“ konstruiert. Mit diesem Flugzeug sollten sowohl Schul- wie auch Leistungs- und Wettbewerbsflüge möglich sein. Der Erstflug fand 1935 statt. Ab 1936 wurde der Kranich bei Flugzeugbau Schweyer in Ludwigshafen in Serie gebaut. Der Segler hatte eine Spannweite von 18m, die Tragflächen das Profil Gö535. Ein Novum waren die von Jacobs bei der DFS entwickelten und im Griesheimer Windkanal getesteten Bremsklappen, mit denen der Kranich II ausgestattet war.
Beim Rhönwettbewerb 1937 erreichte ein Kranich II den 2.Platz unter 58 Teilnehmern. Durch die Kriegswirren geriet ein Rekordflug fast in Vergessenheit: Erich Klöckner erreichte mit einem besonders verstärkten Kranich („Wolkenkranich“) am 11.10.1940 eine Höhe von 11460m.
Während des Krieges wurde die Produktion beim Flugzeugbau Mraz in Chozen (Tschechien) und Nitra (Slowakei) weitergeführt. Bis Ende 1944 wurden 1312 Kranich II abgeliefert. Weitere 332 wurden nach dem Krieg in Schweden, Polen, Spanien, Jugoslawien und Spanien gebaut.
Wer ein Original des Kranich II sehen will, dem sei ein Besuch im Deutschen Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe empfohlen, in dem auch die ersten beiden Originalfofos entstanden. Ein flugfähiger Kranchs wurde 2009 beim Oldtimertreffen auf der Hahnweide präsentiert.
Bausatz
Spritzgußmodelle von Segelflugzeugen in den kleineren Maßstäben sind selten. Azmodels wagt es jetzt erstmals in 1:72 mehrere historische Segler herauszubringen. Hans Jacobs DFS Kranich Il macht dabei den Anfang in der Reihe AZ Basics. Der Bausatz ist aber gar nicht “basic“. Neben der deutschen Originalversion gibt es noch einen zweiten Kit für die ausländischen Nachbauten. Leider sind alle Angaben in Bau- und Bemalungsanleitung nur auf Tschechisch. Während die Grafiken der Bauanleitung bis auf die V-Stellung der Tragflächen keine Unklarheiten beim Zusammenbau enthalten, hätte man gerade etwa die Farben gerne ins Englische übersetzt. Azmodels KranichII umfaßt nur 16 Spritzgußteile, eine Ätzplatine und zwei tiefgezogene Kabinenhauben. Da die Segelflieger bemüht sind, den Luftwiederstand ihrer Flugzeuge möglichst gering zu halten und glatte Oberflächen zu haben, kommt auch das Modell mit wenig gravierten Details aus. Bei den Tragflächen glückte es den Flugzeubauern bei Gemischtbauweise nicht, glatte Flächen zu schaffen und so weist hier auch das Modell die typischen Einsinkungen zwischen den Rippen auf. Aber auch die Ruder und die charakteristischen Bremsklappen sind graviert. Segelflugzeuge haben relativ einfache Cockpits, so auch das Modell: Instrumentenbretter, fotogeätzt mit Fotohintergrund, Steuerknüppel, Sitze mit fotogeätztem Gurtzeug müssen auf den Rumpfboden eingebaut werden, dann können die Rumpfhälften schon zusammengefügt werden. Das Höhenleitwerk läßt sich relativ einfach rechtwinklig vor das Seitenleitwerk kleben. Unter dem Rumpf muß noch die Landekufe angebracht werden. Auch das Abwurf- Fahrwerk (Kuller) für den Start und die Bewegung am Boden, ist enthalten. Etwas schwierig gestaltet sich die Montage der Tragflächen. Sie haben keine Haltezungen und die Bauanleitung gibt keinen Hinweis, in welchem Winkel sie an den Rumpf angebracht werden sollen. Die tiefgezogene Haube liegt doppelt bei, eine gute Idee, falls bei den Arbeiten etwas schief geht.
Die ansonsten gute farbige Bemalungsanleitung befindet sich auf der Rückseite der Schachtel. Es können mit dem beiliegenden Decal 4 verschiedene Kraniche gebaut werden: Ein getarnter, ein Kranich des Deutschen Luftsportverbandes, ein Schweizer und ein Schwedischer Kranich: Leider sind alle Farbhinweise in Tschechisch und es lassen sich auch keinem Farbenhersteller zuordnen.
Fazit
Ein schönes Modell eines klassischen Deutschen Segelflugzeuges. Leider sind Bau- und Bemalungsanleitung nur in Tschechisch beigelegt. Auch deshalb ist der Kasten nur für Fortgeschrittene zu empfehlen. Laut AZ Katalog dürfen wir uns mit der DFS Olympia Meise und der Göppingen Minimoa auf weitere interessante Segelflugzeuge der dreißiger Jahre freuen











